Zentrum für Information und Beratung 

Das ZIB: Ein Safe-Space für Schülerinnen und Schüler 

Dienstag, 30.4.2024

Inmitten des hektischen Schulalltags gibt es einen Ort, der Ruhe und Vertraulichkeit verspricht: das ZIB. Aber was verbirgt sich hinter dieser Abkürzung und welche Rolle spielt es an Südtirols Schulen? INFO hat sich mit den Verantwortlichen des ZIBS am Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums in Meran, Dunja Ramoser und Alexander Pegoretti, getroffen und nachgefragt.  

INFO: Was ist das ZIB und welche Funktion erfüllt es an Schulen? 

Es handelt sich um eine niederschwellige und vertrauliche Anlaufstelle für unsere Schülerinnen und Schüler. Das ZIB wird als Ort einer zwanglosen Aussprache wahrgenommen und genutzt. Die Beratungslehrpersonen sowie die Sozialpädagoginnen sehen sich als Ansprechpersonen sowie Zuhörerinnen und Zuhörer im vertraulichen Gespräch.  

Die Beratenden bieten Hilfe, die verschiedenste Bereiche abdeckt, zum Beispiel bei Lernschwierigkeiten, persönlichen Problemen, Klassenproblemen, Schulwechsel, vermitteln Informationen zu verschiedenen Bereichen (Orientierung, Auslandsjahr…) und stellen auf Wunsch Kontakte zu außenstehenden Institutionen und Beratungsstellen her. Das Beratungsangebot bietet die Möglichkeit für Einzelberatungsgespräche, ist vorrangig für Schülerinnen und Schüler gedacht und kann in der Unterrichtszeit genutzt werden. In besonderen Fällen können auch Eltern das Angebot nutzen.   

Könnten Sie uns einen Überblick darüber geben, wer im ZIB tätig ist und welche fachlichen Qualifikationen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitbringen? 

Das ZIB-Team ist als Arbeitsgruppe organisiert. Im ZIB sind Lehrpersonen (ca. 13 Lehrpersonen in Beratung), die Direktorin und zwei Sozialpädagoginnen tätig. 

Die meisten im ZIB haben Psychologie und/oder Psychotherapie studiert, andere haben Ausbildungen auf Landesebene besucht, eine andere Kollegin hat Rechtswissenschaften studiert. Auch die „Paten“, Schülerinnen und Schüler der höheren Klassen, sind Teil vom ZIB.  

Wie gestaltet sich üblicherweise eine Beratungssitzung im ZIB? 

Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, die festgelegten Beratungsstunden während oder außerhalb der Unterrichtszeit in Anspruch zu nehmen. Sie können nach Absprache mit dem oder der Beratenden auch einen anderen Termin als im ZIB-Stundenplan vorgesehen, festlegen. Sie dürfen nach Abmeldung bei der jeweiligen Lehrperson den Regelunterricht verlassen und das ZIB aufsuchen. Der Klassenvorstand trägt sie nicht als abwesend ein, sondern als freigestellt bzw. im Auftrag. Die Schülerinnen und Schüler bekommen von den Beratenden dann eine Bestätigung. Sind Schularbeiten oder Tests angesagt, gilt dieses Recht auf Freistellung nicht. 

Mit welchen Themen und Herausforderungen suchen Schülerinnen und Schüler typischerweise Hilfe im ZIB? 

Weit verbreitete Themen sind etwa Krisen im Klassenzimmer, Mobbing, Essstörungen, Probleme mit einzelnen Lehrpersonen, Auslandsjahr, Maturantenberatung, Berufsberatung, Schulwechsel, Aufholprüfungen oder selbstverletzendes Verhalten. 

Haben Sie in letzter Zeit Trends oder Probleme bei den Lernenden bemerkt, die früher weniger präsent waren? 

Dieses Jahr kommen verstärkt Schülerinnen und Schüler mit Anliegen zu folgenden Themen zu uns: Essstörungen, Schulangst, Schulabbruch, Suchtmittel, digitaler Druck oder sie suchen Beratung für ein Schuljahr im Ausland. 

In welchem Umfang kooperiert das ZIB mit anderen schulischen Ressourcen oder externen Dienstleistern wie Schulpsychologen oder Sozialpädagogen? 

Auf Bezirksebene finden regelmäßige Treffen statt. Zudem gibt es interne und externe Fortbildungen und es findet eine Zusammenarbeit mit dem Jugenddienst, den schulinternen Sozialpädagoginnen, dem Pädagogischen Beratungszentrum, young and direct und der Notfallseelsorge statt. Schülerinnen und Schüler werden bei Bedarf an externe Beratungsstellen und Dienste, etwa dem Psychologischen Dienst oder Familienberatungsstellen, weitergeleitet.  Das ZIB ist an unseren Schulstellen mittlerweile im Schulalltag integriert und wird von Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen und Eltern genutzt. Es wird als Ressource und Bereicherung angesehen.  

Redaktion INFO

Zentrum für Information und Beratung 

InstaClone: Social Media im Unterricht verstehen

Mittwoch, 1.4.2026

Jugendliche bedienen Instagram meist intuitiv. Doch wie Daten gesammelt, Algorithmen gesteuert und Inhalte ausgespielt werden, bleibt oft unsichtbar. Mit InstaClone haben Elena Spörer, Anna Hartl und Angelina Voggenreiter von der TU München gemeinsam mit Professorinnen und Professoren sowie Studierenden eine Lernplattform entwickelt, die diese Prozesse im Unterricht sichtbar machen soll.

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Im Fokus

  • 21 Tage offline: Wie ein Schulprojekt die Smartphone-Gewohnheiten offenlegt
    106 Jugendliche legten ihr Smartphone für drei Wochen weg. Das Experiment am Realgymnasium und der Technologischen Fachoberschule in Meran zeigt, wie sehr das Gerät den Alltag strukturiert – und wie schnell Routinen ins Wanken geraten, wenn es fehlt.
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    Ein Todesfall, ein Unfall oder ein Suizid kann eine ganze Schulgemeinschaft erschüttern. Der österreichische Kriseninterventionsexperte Ingo Vogl erklärt, warum Care-Teams an Schulen so wichtig sind, welche Fehler oft passieren und wie Lehrpersonen in akuten Krisen handeln können.
  • Sprachenzentren: Jahresbericht gibt Überblick über Tätigkeit 2025
    Jahresbericht 2025 der Sprachenzentren der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion erschienen – Bildungsarbeit auf nachhaltigen Umgang mit Vielfalt ausgerichtet
  • Hier ist Schule – ein Stück Normalität im Krankenhaus
    Kinder, die aufgrund ihrer Krankheit monatelang keine Regelschule besuchen dürfen, finden in der Krankenhausschule Bozen einen geschützten Lernort. Ulrike Grünberger unterrichtet auf der onko-hämatologischen Tagesklinik – dort, wo Schule Normalität schafft in einem von Krankheit geprägten Alltag.
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