Gutes Zeugnis für Südtirols Schulen

Donnerstag, 10.9.2026
Das Schulsystem in Südtirol erzielt in allen drei Bereichen statistisch signifikante Ergebnisse über dem OECD-Durchschnitt sowie über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt.

Landesevaluationsstellen-Direktoren und Bildungslandesräte zu Südtiroler Ergebnissen der OECD-PISA-Studie – In Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen über OECD- und gesamtstaatlichem Durchschnitt

BOZEN (LPA). „Bildung darf nicht von der Brieftasche der Eltern abhängen“, wies Bildungslandesrat Philipp Achammer eindringlich auf die Einflussfaktoren hin. Denn aus den Ergebnissen der PISA-Studie geht hervor: Der sozioökonomische Hintergrund der Eltern bestimmt mit dem Bildungsniveau und dem beruflichen Status der Eltern maßgeblich den schulischen Erfolg der Kinder. Die PISA-Studie (Programme for International Student Assessment, Programm zur internationalen Schülerbewertung) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development OECD) erhebt alle drei Jahre – ab 2025 alle vier Jahre – die Kompetenzen der 15-Jährigen in NaturwissenschaftenMathematik und Lesen. Untersucht werden dabei nicht die Fachinhalte, sondern die Fähigkeit, Wissen zur Bewältigung und Lösung von Problemen des täglichen Lebens anzuwenden. Am 10. September haben die drei Direktoren der Landesevaluationsstellen Klaus Niederstätter (deutschsprachige Schulen), Terence Leone (italienischsprachige Schulen) und Olimpia Rasom (Schulen der ladinischen Ortschaften) im Pressesaal im Landhaus 1 die Südtiroler Ergebnisse der OECD-PISA-Studie 2025 vorgestellt.

Das Schulsystem in Südtirol erzielt in allen drei Bereichen statistisch signifikante Ergebnisse über dem OECD-Durchschnitt sowie über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt. Im Vergleich zu den Schulen der italienischen Makroregion Nordost weist das Südtiroler Schulsystem in keinem der drei untersuchten Bereiche statistisch signifikante Unterschiede auf (Details in den Zusatzinformationen und in der PowerPoint-Präsentation im Anhang).

„Wir haben eine gute Schule, wir haben ein gutes Bildungssystem“, betonte Bildungslandesrat Philipp Achammer bei der Pressekonferenz und nannte drei wesentliche Punkte: „Die Chancengerechtigkeit steht über allem, das Bildungssystem hat die Aufgabe, zu einem Abschluss zu führen. Wir haben eine geringe Dropout-Quote, eine geringe Schulabbrecherquote. Aber wir werden im Bereich der Frühförderung vor Kindergarten-Eintritt noch viel mehr tun müssen. Zweitens gibt uns die gesunkene Lesekompetenz sehr zu denken, da gilt es, genauer hinzuschauen. Drittens sind wir alle aufgefordert, unsere Kinder zu schützen und die Nutzung digitaler Medien einzuschränken, vor allem eine sehr frühe Nutzung: Wir dürfen den Kindern ihre Kindheit nicht nehmen.“

„Uns verbindet eine gemeinsame Verantwortung: allen jungen Menschen, die in Südtirol aufwachsen, die bestmöglichen Bildungs- und Zukunftschancen zu gewährleisten“, unterstrich der Landesrat für Italienische Bildung und Kultur Marco Galateo: „PISA hilft uns zu erkennen, wo wir stehen und wo wir uns verbessern müssen. Die Qualität eines Schulsystems bemisst sich jedoch nicht nur an den Durchschnittsergebnissen, sondern auch an seiner Fähigkeit, Chancen zu eröffnen, Unterschiede zu verringern und die Talente jedes Einzelnen zu fördern.“

„Die aktuellen PISA-Ergebnisse zeigen eine positive Entwicklung an unseren ladinischen Schulen: Mehrsprachigkeit ist kein Hindernis, sondern eine Stärke unseres Schulsystems“, hob der Landesrat für die Schulen der ladinischen Ortschaften Daniel Alfreider hervor: „Gerade zu Beginn des neuen Schuljahres sehen wir, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie ist, um Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg bestmöglich zu begleiten. Zugleich sind diese Ergebnisse ein Ansporn, weiter gemeinsam zu arbeiten, insbesondere an den grundlegenden Kompetenzen wie der Lesefähigkeit.“

Zusatzinformationen

Südtiroler Ergebnisse der OECD-PISA-Studie 2025 

Die Analyse nach Schulart zeigt in allen Bereichen höhere Ergebnisse bei den Schülerinnen und Schüler an Gymnasien gegenüber jenen an Fachoberschulen. Eine Ausnahme bildet Mathematik an den Schulen der ladinischen Ortschaften, wo die Ergebnisse der beiden Schularten nahezu gleich sind. Die Ergebnisse der deutschsprachigen Berufsbildung und der italienischsprachigen Lehranstalten liegen über oder auf dem Niveau der entsprechenden Schularten in Nordostitalien und im übrigen Italien. Die Ergebnisse der italienischsprachigen Berufsbildung liegen unter jenen Nordostitaliens, entsprechen jedoch dem gesamtstaatlichen Wert.

Naturwissenschaften: Im Hauptbereich der Studie erzielen die deutschsprachigen Schulen 508 Punkte und liegen damit statistisch signifikant über dem OECD-Durchschnitt (482) und dem gesamtstaatlichen Durchschnitt (483). Die ladinischen Schulen erreichen 494 Punkte und liegen damit über dem OECD- sowie dem gesamtstaatlichen Durchschnitt. Die italienischsprachigen Schulen erzielen 474 Punkte und liegen damit statistisch signifikant unter dem gesamtstaatlichen Durchschnitt und dem OECD-Durchschnitt.

Mathematik: Die deutschsprachigen Schulen erzielen mit 491 Punkten höhere Ergebnisse als der OECD-Durchschnitt (463) und der italienische Durchschnitt (468); gegenüber dem Ergebnis für Nordostitalien (489) besteht kein statistisch signifikanter Unterschied. Die ladinischen Schulen (476) und die italienischsprachigen Schulen (459) erreichen Ergebnisse, die dem gesamtstaatlichen Durchschnitt und dem OECD-Durchschnitt entsprechen.

Lesen: Die deutschsprachigen Schulen erzielen 481 Punkte und liegen damit auf dem Niveau von Nordostitalien (491) und damit statistisch signifikant über dem OECD-Durchschnitt (461) und über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt (474). Die Ergebnisse der ladinischen Schulen (473) und der italienischsprachigen Schulen (464) liegen über dem OECD-Durchschnitt und geringfügig unter dem gesamtstaatlichen Durchschnitt.

red

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