Deutsche und ladinische Musikschulen: Auftakt ins neue Musikschuljahr

Pädagogischer Eröffnungstag der Deutschen und ladinischen Musikschulen in Meran – Begabtenförderung und die Gesundheit der Musikerinnen und Musiker im Fokus
Zum Start in das neue Musikschuljahr 2026/2027 begrüßten Landesmusikschuldirektorin Alexandra Pedrotti und ihr ladinischer Co-Moderator Matthäus Crepaz rund 500 Lehr- und Führungskräfte der Musikschulen im Kursaal in Meran.
Auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bildung und Kultur nahmen am Eröffnungstag teil. Darunter waren Landesrat Philipp Achammer, Bildungsdirektor Gustav Tschenett sowie der Direktor für Ladinische Bildung und Kultur André Comploi, der stellvertretende Direktor des Konservatoriums Roberto Gander, weiters Erich Deltedesco und Klaus Gufler als Obmann und Geschäftsführer des Südtiroler Chorverbandes, Obmann Pepi Ploner und Verbandsjugendleiter Hannes Schrötter vom Verband Südtiroler Musikkapellen und Gernot Niederfriniger, Obmann des Südtiroler Volksmusikvereines.
„Die Musikschulen sind weit mehr als Orte des Unterrichts“, unterstrich Landesrat Philipp Achammer in seinen Grußworten. „Hier entdecken Kinder und Jugendliche ihre Talente, lernen Ausdauer, Kreativität und das Miteinander. Das sind Fähigkeiten, die sie weit über die Musik hinaus durchs Leben begleiten. Deshalb investieren wir in qualitätsvolle Musikschulen, die Begeisterung für Musik wecken, individuelle Stärken fördern und ein Bewusstsein für gesundes Musizieren schaffen.“
Landesmusikschuldirektorin Pedrotti betonte, wie wichtig es sei, beim Pädagogischen Eröffnungstag stets hochaktuelle Themen aufzugreifen und damit inhaltlich wichtige Schwerpunkte für den Musikschulalltag zu setzen: „Die psycho-physische Gesundheit und die Motivation im Lehrberuf sind mir ein besonderes Anliegen.“
Um die Gesundheit von Musikerinnen und Musikern ging es im Beitrag von Professor Bernhard Riebl (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) und Professorin Isabel Gabbe (Mozarteum Innsbruck). Sie stellten den universitären Lehrgang Musikphysiologie vor, dessen Ziel ist, das Zusammenwirken von Körper und Psyche beim Musizieren besser zu verstehen sowie praktische Ansätze für ein gesundes Üben und Spielen zu vermitteln. „Gerade Musikpädagoginnen und -pädagogen haben als Multiplikatoren die besondere Chance, ein Bewusstsein für gesundes Musizieren zu vermitteln und zu bewirken, dass spielbedingte Probleme erst gar nicht entstehen und gleichzeitig die Leistung am Instrument steigt“, unterstreicht Riebl.

Der Südtiroler Musikpädagoge Anton Ludwig Wilhalm beleuchtete in seinem Impulsreferat „Flow statt Frust“ was Lehrpersonen im Musikschulalltag trägt und was sie Energie kostet. Basierend auf über 40 Jahren Berufserfahrung bekräftigte er, dass Arbeitsfreude im Musikschulalltag durch das Zusammenspiel von guten Strukturen, pädagogischer Qualität und gemeinsamer Musizierfreude entsteht. In diesem Zusammenhang plädierte er für eine nachhaltige Begabtenförderung als Haltung: „Es geht darum, Potenziale zu erkennen, junge Menschen zu ermutigen und ihnen passende Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.“ Den Start von prima la musica in Südtirol sieht er dafür als wertvolle Chance.
Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten zahlreiche abwechslungsreiche Beiträge: eine Bläsergruppe mit 18 Trompeten eröffnete den Vormittag feierlich mit Fanfarenklängen, es musizierten weiters Kinder und Jugendliche der Sommermusikwoche „Musik ohne Grenzen“, Südtiroler Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Landes- und Bundeswettbewerbes prima la musica, sowie das Bläsertrio Latemar Echo aus der Musikschule Leifers/Regglberg, außerdem traten eine Tanzgruppe des Faches Hip-Hop der Musikschuldirektion Oberer Vinschgau, die Gesangssolistin Luisa Izer von der Musikschule Meran/Passeier und Mark Planinschek der Musikschule Gadertal mit einer Eigenkomposition an der E-Gitarre auf.
Einen besonders berührenden Moment gestaltete der Chor der Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit einem Trompetenquartett unter der Leitung von Fara Prader, welcher der verstorbenen Lehrpersonen Georg Thaler und Clara Sattler musikalisch gedachte.
Der Pädagogische Eröffnungstag der Musikschulen fand seinen Abschluss in den Fachgruppensitzungen. Diese wurden am Nachmittag im Kurhaus und in der Musikschule Meran abgehalten und boten den Lehrpersonen unter der Leitung der jeweiligen Fachgruppenleiterinnen und -leiter Gelegenheit zu einem intensiven Austausch sowie zum fachlichen und didaktischen Dialog.








