10. Südtiroler Sportforum Mals
Mals wird wieder zum internationalen Sportcampus

Fast 300 Kurseinheiten, rund 380 Teilnehmende, 21 Nationen: Im INFO-Interview erklären Friedl Sapelza und Werner Oberthaler, was einen Lehrgang dieser Größe trägt.
Wenn am 25. Juli das 10. Südtiroler Sportforum Mals beginnt, wird der Obervinschgau für einige Tage zum internationalen Treffpunkt für Sport, Fortbildung und Austausch. Was nach außen wie ein dichtes Kursprogramm wirkt, ist in Wahrheit ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Organisation, Infrastruktur und pädagogischem Anspruch. Was muss gelingen, damit ein Lehrgang dieser Größenordnung funktioniert? Warum ist Mals dafür der passende Ort? Und welche Impulse kann das Sportforum Sportlehrpersonen für ihren Unterricht geben?
Darüber sprechen Friedl Sapelza, Geschäftsführer der Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung (GWR) und Mitglied des Organisationsteams, sowie Werner Oberthaler, Schulführungskraft am Oberschulzentrum „Claudia von Medici“ Mals (OSZ Mals).


INFO: Wenn am 25. Juli die Teilnehmenden eintreffen, soll vieles ganz selbstverständlich wirken. Was braucht es hinter den Kulissen, damit ein Sportforum dieser Größenordnung gelingt?
Friedl Sapelza: Das Sportforum ist vor allem als Chance und Bereicherung für die Schulwelt und den Vinschgau zu sehen. Wir können auf verlässliche Partner bauen, auf die Gemeinde, Tourismusorganisationen, Vereine und ein bewährtes, offenes Organisationskomitee. Auch die Bevölkerung steht dem Sportforum sehr offen und kooperativ gegenüber.
Werner Oberthaler: Es braucht das Engagement aller, damit das Ganze gelingen kann. Veranstaltungen dieser Größenordnung sind an sich herausfordernd und verlangen ein eingeübtes Spiel der Kräfte.
Das Sportforum ist vor allem als Chance und Bereicherung für die Schulwelt und den Vinschgau zu sehen.
Aus einem zunächst kleinen Fortbildungsformat ist ein internationaler Lehrgang mit rund 380 Teilnehmenden aus 21 Nationen geworden. Was hat sich über die Jahre stärker verändert: die Größe, die Themen oder die Erwartungen der Sportlehrpersonen?
Friedl Sapelza: Eindeutig die Themen. Sie sind vielfältiger und breiter geworden. Und damit haben sich auch die Zugänge der Lehrpersonen verändert.
Mals ist während des Sportforums nicht nur Austragungsort, sondern wird selbst Teil des Lehrgangs. Was macht den Standort mit dem Oberschulzentrum, der Sportschule und den Sportanlagen dafür besonders geeignet?
Werner Oberthaler: Wir feiern heuer die zehnte Ausgabe dieses zweijährlich am OSZ Mals stattfindenden Events. Wir dürfen also auch auf Erfahrung aufbauen; wir bewahren Bewährtes, arbeiten aber auch stets evaluativ an laufenden Verbesserungen.
Für das OSZ Mals bedeutet das Sportforum mehrere Tage lang eine besondere Situation. Was verändert sich in dieser Zeit an der Schule?
Werner Oberthaler: Das OSZ Mals ist in diesen Tagen im Ausnahmezustand. Die Trainerinnen und Trainer der Schule, das gesamte OK-Team, die Referentinnen und Referenten, die Gemeinde Mals – sie alle sorgen dafür, dass den internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein sportdidaktisch vielfältiges sowie sportwissenschaftlich fundiertes und attraktives Programm geboten wird, einschließlich eines Rahmenprogramms.
Sportlehrpersonen aus unterschiedlichen Ländern bringen verschiedene Unterrichtskulturen und Erfahrungen mit. Was ist aus Ihrer Sicht der größte Mehrwert dieses internationalen Austauschs?
Friedl Sapelza: „Open-minded“, würden die Jungen heute sagen: also neuen Ideen, ungewohnten Sichtweisen oder anderen Lebensweisen offen und neugierig zu begegnen, ohne sofort über sie zu urteilen.
Werner Oberthaler: In den Kursen und im situativen Austausch. Beides ist wichtig für die sportdidaktische und persönliche Anreicherung von Wissen und Erfahrung.
Das Programm reicht von klassischen Sportarten bis zu neuen Bewegungsformen und gesundheitsorientierten Einheiten. Woran erkennen Sie, ob ein Angebot nicht nur interessant klingt, sondern im Schulalltag tatsächlich trägt?
Friedl Sapelza: Bei den letzten Auflagen wurden immer wieder Einheiten eingebaut, die einen Transfer in den Unterricht gezielt fördern. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht.
Es geht um den Spaß an der Bewegung, um positive Selbsterfahrung und Selbstwirksamkeit.
Wenn in Mals Sportlehrpersonen aus vielen Ländern zusammenkommen, treffen unterschiedliche Unterrichtskulturen aufeinander, aber oft auch ähnliche Fragen. Welche Herausforderungen im Sportunterricht zeigen sich heute über Ländergrenzen hinweg?
Friedl Sapelza: Als „Nichtexperte“ staune ich oft über die Rückmeldungen zu den Herausforderungen im Sportunterricht. Sie betreffen vor allem den Umgang mit heterogenen Leistungsvoraussetzungen, Motivationsproblemen und Verhaltensauffälligkeiten der Schülerinnen und Schüler. Was glauben Sie, wie die Herausforderungen vor 50 Jahren waren? Besser, ich gehe nicht ins Detail.
Werner Oberthaler: Es betrifft immer und wesentlich den qualitativ und individuell nachhaltig positiv und motivierend wirkenden Transfer. Es geht um den Spaß an der Bewegung, um positive Selbsterfahrung und Selbstwirksamkeit.
Und welche Rolle kommt dabei den Lehrpersonen zu?
Werner Oberthaler: Es geht um den Mut der Lehrpersonen, im Sportunterricht gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen Neues auszuprobieren, um den inklusiven Aspekt, um Empathie und nicht zuletzt um Parameter, die die individuelle Leistung des Einzelnen entsprechend messbar machen – über alle Grenzen und Länder hinweg.
Wenn eine Sportlehrperson nach den Tagen in Mals nach Hause fährt und im Herbst wieder vor einer Klasse steht: Was sollte sich dann im Unterricht verändert haben?
Friedl Sapelza: „Open-minded“
Werner Oberthaler: „Open-minded“




