Inklusion im Bildungssystem
„Stark im Alltag, klar in der Haltung“

Der Abschlussfortbildungstag bot rund 70 Mitarbeitenden für Integration Gelegenheit zum Rückblick, zum Austausch und zur Reflexion eines Berufs, der für gelingende Inklusion im Bildungsalltag unverzichtbar ist.
Sie begleiten Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung, vermitteln zwischen Schule, Elternhaus und Fachdiensten und unterstützen Teilhabe im Bildungsalltag: Mitarbeitende für Integration sind an Südtirols Bildungseinrichtungen eine wichtige Stütze gelebter Inklusion.
Beim Abschlussfortbildungstag des Bildungsjahres 2025/26 kamen Mitte Juni rund 70 Mitarbeitende für Integration gemeinsam mit Referentin Martina Brunner in der Fortbildungsakademie Schloss Rechtenthal zusammen, um auf die vergangenen Monate zurückzublicken und neue Impulse für ihre Arbeit mitzunehmen.

Das diesjährige Motto „Beweglich in der Rolle – stark im Alltag, klar in der Haltung“ brachte auf den Punkt, was den Berufsalltag vieler Mitarbeitenden für Integration prägt: die Fähigkeit, sich auf immer neue Situationen einzustellen, professionell zu handeln und zugleich die eigene Rolle bewusst wahrzunehmen. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Welche Erwartungen werden an Mitarbeitende für Integration gestellt? Wo liegen die Grenzen des eigenen Auftrags? Und wie gelingt es, auch in anspruchsvollen Situationen Klarheit zu bewahren?
Mitarbeitende für Integration: Zwischen Auftrag und Erwartung
In Reflexionsübungen blickten die Teilnehmenden auf das vergangene Bildungsjahr zurück. Sie setzten sich mit den Erfahrungen der begleiteten Kinder und Jugendlichen auseinander, reflektierten die Zusammenarbeit in den Teams und nahmen die eigene berufliche Entwicklung in den Blick.
Jede Bildungseinrichtung, jedes Team und jedes Kind bringt eigene Voraussetzungen und Erwartungen mit sich.
Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Frage, wie Mitarbeitende für Integration ihren Auftrag mit den oft sehr unterschiedlichen Erwartungen ihres Umfelds in Einklang bringen können. „Jede Bildungseinrichtung, jedes Team und jedes Kind bringt eigene Voraussetzungen und Erwartungen mit sich. Umso wichtiger sind gegenseitige Absprachen, professionelle Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis der jeweiligen Zuständigkeiten“, sagt Marina Kuppelwieser, langjährige Mitarbeiterin für Integration und Organisatorin des Abschlussfortbildungstages in Schloss Rechtenthal.
Wenn der Berufsalltag herausfordert
Ein weiteres zentrales Thema war die Resilienz. Der Berufsalltag verlange ein hohes Maß an Flexibilität, Verantwortungsbewusstsein und Belastbarkeit, sagt Kuppelwieser. Deshalb beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Fragen der psychischen Widerstandskraft, der Selbstfürsorge und mit Strategien für einen professionellen Umgang mit Belastungen.
Der Fortbildungstag machte zugleich sichtbar, dass gelingende Inklusion nicht allein von zusätzlichen Unterstützungsangeboten abhängt. Entscheidend sei „eine gemeinsame Haltung aller Beteiligten“, unterstreicht Kuppelwieser. „Dort, wo Lehrpersonen, Mitarbeitende für Integration, Führungskräfte und Fachdienste Verantwortung gemeinsam tragen, entstehen die besten Voraussetzungen für Teilhabe und selbstbestimmtes Lernen für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung.“

Inklusion ist eine Frage der Haltung
Das Amt für Beratung der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion unterstützt die Berufsgruppe mit einem eigenen Fortbildungsprogramm, Bezirkstreffen und individuellen Beratungsangeboten.
Der Abschlussfortbildungstag machte deutlich, dass Inklusion dort gelingt, wo Fachwissen mit Reflexionsfähigkeit, Haltung und persönlichem Engagement verbunden wird. Mitarbeitende für Integration übernehmen dabei eine Schlüsselrolle: Sie tragen wesentlich dazu bei, dass Inklusion im Bildungsalltag wirksam und nachhaltig umgesetzt werden kann.




