Wenn Geschichten lebendig werden

Wenn Geschichten lebendig werden, wächst die Freude an Sprache. In mehreren Kindergärten in Eppan las Kinderbuchautorin Jutta Nymphius aus ihren Büchern und bezog die Kinder aktiv in die Geschichten ein. Eine Begegnung, die Fantasie, Zuhören und Erzählen förderte und vieles in Bewegung brachte.
Sprachförderung gehört zum grundlegenden Bildungsauftrag unserer Kindergärten. Durch Erzählen, Zuhören und Ausprobieren wächst nicht nur der Wortschatz, sondern auch das Vertrauen ins eigene Sprechen. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch der bekannten Kinderbuchautorin Jutta Nymphius, die kürzlich mehrere Kindergärten in Eppan besuchte.

In gemütlicher Runde las die Autorin aus Büchern wie „Sigurd und die starken Frauen“, „Juko und die starken Kinder“ oder „Bin ich hier im falschen Nest?“. Mit viel Einfühlungsvermögen bezog sie die Kinder ein, regte zum Mitdenken an und ließ ihre Fantasie lebendig werden. Die Begegnung mit einer Autorin war für viele Kinder besonders spannend – einige fragten gleich: „Wann kommst du wieder nach Südtirol?“
Dass es nicht bei der bloßen Sprachförderung bleibt, war klar: In den Tagen nach der Lesung griffen die Pädagoginnen die Geschichten im Kindergarten auf. Es wurde gemalt, nacherzählt, gespielt und philosophiert. Die Inhalte der Bilderbücher, die unter anderem zum vorurteilsbewussten Denken anregen, wurden mit allen Sinnen vertieft und verankert. Und sie eröffneten neue Perspektiven auf das Leben und auf sich selbst.
So zeigt sich, was der Kindergarten ist: ein Ort, wo Kinder ganzheitlich lernen, wo sie an erlebten Geschichten weiterbauen, und Autoren ihrer eigenen Geschichten sind.
Zugleich bietet der Kindergarten einen Rahmen für kulturelle Angebote und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit: Unabhängig von Herkunft oder familiären Ressourcen haben alle Kindern die Möglichkeit, kulturelle Erfahrungen zu machen und an vielfältigen Angeboten teilzuhaben.




