Bildung & Gesundheit
Wie Schule psychische Gesundheit stärkt

Ein neues Workbook der Pädagogischen Abteilung will Jugendliche dabei unterstützen, mit Stress, Emotionen und Belastungen umzugehen – praxisnah, lebensnah und verankert im Unterricht.
Müdigkeit, Überforderung, das Gefühl, mit Sorgen allein zu sein: Für manche Jugendliche ist all das Teil des Schulalltags. Studien zeigen, dass psychische Belastungen tendenziell zunehmen – ebenso wie der Wunsch nach Orientierung und verlässlichen Ansprechpersonen. Psychische Gesundheit ist damit nicht nur ein individuelles Thema, sondern auch eine Herausforderung für den Bildungsbereich.
Vor diesem Hintergrund ist nun das Workbook „Mind your Mind. Psychische Gesundheit von Jugendlichen stärken“ erschienen. Es will Lehrpersonen dabei unterstützen, genau dort anzusetzen, wo Jugendliche einen Großteil ihrer Zeit verbringen: in der Schule.
Psychische Gesundheit ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche ihren Weg finden können.
Aus der Praxis für den Unterricht
Entwickelt wurde das 90 Seiten starke Workbook von Mitarbeiterinnen des Amtes für Beratung an der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion. Ausgangspunkt war das Wiener Präventionsprojekt Mindboost, das während der Corona-Zeit aufgegriffen und für die Südtiroler Schulrealität weiterentwickelt wurde.
Nach mehr als zehn Pilotprojekten an Mittel- und Oberschulen sowie mehreren Fortbildungen für Lehrpersonen und Schulsozialpädagoginnen und -pädagogen zeigte sich deutlich: Der Bedarf an Handlungssicherheit ist groß – und das Interesse kommt nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von den Jugendlichen selbst.
Psychische Gesundheit als Bildungsauftrag
„Psychische Gesundheit darf kein Randthema sein. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche lernen, sich entwickeln und ihren Weg finden können“, betont Martin Holzner, Direktor der Pädagogischen Abteilung. Schule, so Holzner, sei damit nicht nur Ort des Lernens, sondern auch ein Raum, in dem junge Menschen lernen, mit innerem Druck, Unsicherheiten und Gefühlen umzugehen.
Modelle, Übungen, Haltung
Das Workbook versteht psychische Gesundheit nicht als abstraktes Konzept, sondern als Kompetenz, die vermittelt und eingeübt werden kann. Neben grundlegenden Modellen und fachlichem Hintergrundwissen enthält es zahlreiche erprobte Übungen, die Jugendlichen helfen sollen, Gefühle wahrzunehmen, Stress einzuordnen und eigene Ressourcen zu erkennen.
Im Mittelpunkt steht dabei ein pädagogischer Zugang, der auf Offenheit und Alltagsnähe setzt. Themen dürfen benannt, hinterfragt und entdramatisiert werden – ernsthaft, aber ohne Schwere. Lernen soll an das eigene Leben anschließen, nicht moralisieren, sondern befähigen.
Flexibel einsetzbar, digital verfügbar
Das Workbook „Mind your Mind. Psychische Gesundheit von Jugendlichen stärken“ steht in digitaler Form zur Verfügung und ist modular aufgebaut. Die Inhalte lassen sich sowohl als kompakter Workshop einsetzen als auch in einzelnen Bausteinen über einen längeren Zeitraum hinweg in den Unterricht integrieren.
Ergänzt wird das Workbook durch eine Übersicht zentraler Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche – als sichtbares Signal dafür, dass Hilfe zu suchen kein Zeichen von Schwäche ist, sondern eine wichtige Form von Selbstfürsorge.




