Sprachliche Bildung im Kindergarten
Wenn Vielfalt auf eine Schatzkiste voller Wörter trifft

Mehrsprachigkeit prägt den Kindergartenalltag – eine Realität, die hohe pädagogische Anforderungen stellt. Mit der „Schatzkiste der Sprachen 2.0“ erscheint nun ein erweitertes Materialpaket, das sprachliche Vielfalt als Chance ins Zentrum rückt und die pädagogische Arbeit mit Kindern gezielt unterstützt.
Mehrsprachigkeit gehört heute zum Alltag vieler Südtiroler Kindergärten. Kinder bringen unterschiedliche Sprachkompetenzen, Ausdrucksformen und Biografien mit, die pädagogische Fachkräfte vor neue Aufgaben in der Sprachlichen Bildung stellen. Um dieser Realität gerecht zu werden, haben die Pädagogische Abteilung und die Landesdirektion deutschsprachiger Kindergarten das bewährte Konzept der „Schatzkiste der Sprachen“ grundlegend überarbeitet und mit einem zweiten Teil für die Praxis ergänzt.
Sprache entsteht im Dialog
Das Ziel der Neuauflage ist klar definiert: Die sprachlichen Kompetenzen aller Kinder zu stärken, Eltern für die Bedeutung sprachlicher Bildung zu gewinnen und pädagogischen Fachkräften wirksame Methoden sowie didaktische Impulse für die tägliche Praxis zu vermitteln.

Im Zentrum steht dabei das „Dialogische Vorlesen“. Bilderbücher – mal einsprachig, mal mehrsprachig, mal ganz ohne Text – dienen als Brücke für das gemeinsame Erzählen und Deuten. „Sprache entsteht im Dialog“, so der pädagogische Leitsatz. Besonders Kindern aus sprachlich weniger anregenden Umfeldern eröffnet dieser Ansatz zusätzliche Lern- und Ausdruckräume.
Vielfalt als Ressource statt als Defizit
Die „Schatzkiste der Sprachen 2.0“ enthält sorgfältig ausgewählte Materialien, Praxisimpulse sowie mehrsprachige Audioangebote. Eine neu aufgelegte Buchliste behandelt kindgerecht Themen wie Fremdsein, Fantasie, Fairness sowie Emotionen und übersetzt diese in sprachliche Lernanlässe.
Dabei folgt die „Schatzkiste der Sprachen 2.0“ einer klaren Haltung: Alle Familiensprachen werden wertgeschätzt, während gleichzeitig die Bildungssprache des Kindergartens im Fokus bleibt. Sprache wird hier nicht als Defizit, sondern als wertvolle Ressource und Identitätsmerkmal begriffen. Der offene, inklusive Ansatz ist fest im Sprachenkonzept der Deutschen Bildungsdirektion verankert und versteht Sprache als Brücke zwischen Kindern, Familien und Kulturen.

Unterstützung für die Praxis
Ein neu erschienenes Begleitheft bündelt didaktische Hintergründe, konkrete Umsetzungsmöglichkeiten und weiterführende Informationen für die Pädagogischen Fachkräfte. Die Materialien der „Schatzkiste der Sprachen 2.0“ können ab sofort über die jeweiligen Kindergartensprengel sowie in der Pädagogische Fachbibliothek ausgeliehen werden. Ein dazu konzipiertes Plakat mit QR-Codes liefert für Familien und die Öffentlichkeit hilfreiche Informationen.
Zusätzliche Fachinformationen, Literaturhinweise und weiterführende Links finden Interessierte auf der Webseite der Pädagogischen Abteilung.




