Eine kindergartensprengelübergreifende Ideensammlung zur vorurteilsbewussten Bildungsarbeit

Gemeinsam stark für Vielfalt

Montag, 18.5.2026

Mit der Frage, wie Vielfalt im Alltag bewusst sichtbar gemacht und thematisiert werden kann, haben sich Pädagogische Fachkräfte der Kindergartensprengel Lana, Meran und Schlanders in einer gemeinsamen Initiative zur vorurteilsbewussten Bildung beschäftigt.

Pädagogische Fachkräfte aus den drei Kindergartensprengeln waren eingeladen, Fotos ihrer Lernumgebungen zu teilen. Aus diesen Beiträgen ist eine gemeinsame Ideensammlung entstanden, die nun allen Kindergärten der drei Sprengel zur Verfügung steht. Sie bündelt vielfältige Anregungen und Beispiele dafür, wie Vielfalt im Kindergartenalltag bewusst sichtbar gemacht und thematisiert werden kann. Kinder sollen ein möglichst realistisches Bild der Welt entwickeln und entdecken, wie unterschiedlich Menschen sein können. Dabei geht es um verschiedene Identitätsmerkmale – etwa Hauttöne, Religionen, Geschlechterrollen und Geschlechteridentitäten, Alter, Familienformen oder körperliche Merkmale.

Die Bilder zeigen Bildungsräume, Materialien, Bilderbücher, Situationen und Projekte, in denen Vielfalt sichtbar wird und zum Gespräch anregt. Von Friseursalons in Rollenspielräumen, in denen Frauen mit Kurzhaarschnitten oder Männer mit Langhaarfrisuren auf Fotos sichtbar sind, über Spielfiguren mit unterschiedlichen Hauttönen bis hin zu Projekten, die sich mit Körperkunst in verschiedenen Kulturen beschäftigen – die Ideensammlung zeigt auf vielfältige Weise, wie unterschiedliche Identitätsmerkmale im Kindergartenalltag thematisiert und sichtbar gemacht werden können.

Technikwerkstatt: Spiel und Forscherlust sind nicht geschlechtsgebunden.

Die Initiative knüpft an zentrale Grundsätze der vorurteilsbewussten Bildung an, deren Haltung ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit in Südtirols Kindergärten ist. Dieser Ansatz geht davon aus, dass Kinder Unterschiede bereits früh wahrnehmen und Fragen zu Identität, Zugehörigkeit oder gesellschaftlichen Rollen entwickeln. Pädagogische Fachkräfte begleiten sie dabei, Vielfalt wertschätzend zu erleben und darüber ins Gespräch zu kommen.

Die vorurteilsbewusste Bildungsarbeit verfolgt dabei vier zentrale Ziele:

  • Ich-Identität und Bezugsgruppenidentität stärken
  • Respekt gegenüber Vielfalt entwickeln
  • Kritisches Denken über Vorurteile und Diskriminierung anregen
  • Sich Diskriminierungen und Vorurteilen widersetzen

Gerade in der frühen Bildung ist es wichtig, dass Kinder in ihrer Umgebung sowohl „Spiegel“ als auch „Fenster“ vorfinden: Spiegel, in denen sie sich selbst und ihre eigene Lebensrealität wiedererkennen, sowie Fenster, durch die sie Einblicke in andere Lebensrealitäten erhalten. Dies trägt dazu bei, Kinder in ihrer Identität zu stärken und gleichzeitig ihre Offenheit für Vielfalt zu fördern. Die gemeinsame Ideensammlung versteht sich deshalb als Impuls, Vielfalt bewusster sichtbar zu machen und Pädagogische Fachkräfte in ihrer Arbeit zu unterstützen. Denn wenn Kinder erleben, dass Unterschiedlichkeit selbstverständlich ist und wertgeschätzt wird, wird ein wichtiger Grundstein für ein respektvolles Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft gelegt

Sichtbare Vielfalt in der Puppenecke. Gesellschaftliche Bildung ist in den Alltag und die Lernräume integriert.

Ideenschatz & Best-Practice-Beispiele: Vielfalt bewusst sichtbar gemacht

Unterschiedliche Identitätsmerkmale sind in allen Spielbereichen präsent.
Tribus Andrea, Ohnewein Franziska & Höller Ursula (Multiplikatorinnen der Vorurteilsbewussten Bildung im Kindergartensprengel Lana)

Lernwelten

  • Gemeinsam stark für Vielfalt
    Mit der Frage, wie Vielfalt im Alltag bewusst sichtbar gemacht und thematisiert werden kann, haben sich Pädagogische Fachkräfte der Kindergartensprengel Lana, Meran und Schlanders in einer gemeinsamen Initiative zur vorurteilsbewussten Bildung beschäftigt.
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