Drei neue Fachbücher für die Schulpraxis

Künstliche Intelligenz, psychische Gesundheit oder die Zukunft der Schule: Die Pädagogische Fachbibliothek der Deutschen Bildungsdirektion hat ihren Bestand um zahlreiche aktuelle Fachbücher erweitert. INFO stellt drei Neuerscheinungen vor, die Impulse für Unterricht und Schulentwicklung geben.
„Das Schul-Drama – … und wie wir unsere Kinder für die Zukunft stärken“
Margret Rasfeld, Ute Puder
70 Briefe von Schülerinnen und Schülern bilden den Ausgangspunkt dieses Buches. Darin beschreiben Kinder und Jugendliche, was sie an Schule belastet, was sie vermissen und was sie sich für die Zukunft wünschen. Die erfahrene Schulleiterin und Bildungsinnovatorin Margret Rasfeld sowie die Designerin und Projektentwicklerin Ute Puder greifen diese Stimmen auf und hinterfragen das heutige Bildungssystem. Statt sich auf reine Kritik zu beschränken, zeigen sie anhand konkreter Beispiele aus der Praxis, wie Schule neu gedacht werden kann – mit mehr Raum für Kreativität, Selbstverantwortung, Potenzialentfaltung und Freude am Lernen. „Das Schul-Drama“ verbindet die Perspektive der Schülerinnen und Schüler mit der langjährigen Erfahrung der Autorinnen und liefert Impulse für alle, die Schule aktiv weiterentwickeln möchten.
„Schule zwischen KI und Kreidestaub“
Jan Vedder
45-Minuten-Takt, Frontalunterricht, starre Klassenräume und Lehrpläne, die mit der gesellschaftlichen Entwicklung kaum Schritt halten: Während Digitalisierung und Künstliche Intelligenz den Alltag grundlegend verändern, arbeitet Schule vielerorts noch nach Strukturen, die seit Jahrzehnten kaum hinterfragt wurden. Dieses Buch plädiert für einen grundlegenden Wandel der Lernkultur. Im Mittelpunkt stehen selbstständiges Lernen, Mitbestimmung und die Stärkung der Selbstwirksamkeit von Schülerinnen und Schülern. Anhand konkreter Beispiele und praxisnaher Impulse zeigt der Autor, wie Schule und Unterricht zukunftsfähig gestaltet werden können. Das Buch richtet sich an Lehrkräfte, Schulleitungen, Eltern und alle, die Bildung aktiv weiterentwickeln möchten, und versteht sich als Beitrag zur Frage, wie Lernen den Anforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft gerecht werden kann.
„Autismus, Trauma und Bindung“
Philippe Stöckli
Wie entstehen die Belastungen, die viele autistische Menschen erleben, und welche Rolle spielen dabei Stress, Bindungserfahrungen und neurobiologische Faktoren? Mit diesen Fragen setzt sich Philippe Stöckli in seinem Buch auseinander. Er verbindet Erkenntnisse aus Neurobiologie, Psychotraumatologie, Stressforschung und Bindungstheorie zu einem integrativen Verständnis von Autismus. Im Mittelpunkt steht sein Vier-Komponenten-Modell, das Autismus nicht ausschließlich genetisch erklärt, sondern auch die Bedeutung von Stress und frühen Beziehungserfahrungen berücksichtigt. Besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Bindungsdynamik zwischen autistischen Kindern und ihren Eltern sowie auf Möglichkeiten, Sicherheit, Selbstregulation und Verbundenheit zu fördern. Das Buch richtet sich an Fachpersonen ebenso wie an Angehörige und Interessierte, die sich mit aktuellen Perspektiven auf Autismus auseinandersetzen möchten.




