Tagung für Englisch-Lehrpersonen: Neue Wege im Fremdsprachunterricht

Montag, 20.11.2023

Über 250 Englisch-Lehrpersonen aus allen Schulen in Südtirol haben am vergangenen Freitag (17. November 2023) in Bozen an der Großtagung Forging New Paths teilgenommen.

Um Anregungen für einen zeitgemäßen Unterricht ging es bei der Englisch-Großtagung am vergangenen Freitag (17. November) zum Thema Forging New Paths (Neue Wege einschlagen) an der Eurac in Bozen. Die ganztägige Veranstaltung für Englisch-Lehrpersonen aller Schulstufen wurde von der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion zusammen mit der  italienischen und der ladinischen Bildungsdirektion organisiert und knüpft an die seit 2008 erfolgreich durchgeführten Fachtagungen an.

Spannungsfelder des Fremdsprachenunterricht im Fokus

Nach Videobotschaften der Landesräte Philipp Achammer und Giuliano Vettorato begrüßte die Leiterin der Ladinischen Bildungsdirektion, Edith Ploner, die anwesenden rund 250 Englisch-Lehrpersonen aus ganz Südtirol zur Fortbildungsveranstaltung. In ihren Grußworten verwiesen sowohl die Bildungslandesräte als auch Bildungsdirektorin Ploner darauf, wie wichtig Achtsamkeit im Umgang mit allen am Schulgeschehen Beteiligten sei. Den Lehrpersonen dankten sie für die Begeisterung und Überzeugung, mit denen sie ihren Beruf ausübten und für die Bereitschaft zur Fortbildung, um den Anforderungen einer Schule im ständigen Wandel gerecht zu werden.

Nayr Ibrahim, Professorin an der Nord University in Bodø/Norwegen plädierte für eine Aufwertung der Mehrsprachigkeit als Ressource für eine ganzheitliche Sprachenbildung, die weit über den Fremdsprachenunterricht hinausreicht.

Im Fokus der Großtagung standen in diesem Jahr die Spannungsfelder des Fremdsprachenunterrichts, die sowohl als Herausforderung als auch als Chance verstanden werden können. Es ging darum, wie es vor dem Hintergrund einer zunehmend digitalisierten Welt möglich ist, zentrale Kompetenzen zu vermitteln, gezielt auf verstärkte sprachliche und kulturelle Heterogenität einzugehen und dabei bewusst kritisches Denken und Kreativität zu fördern. Die zahlreichen Veränderungen in der Schule erfordern lebenlanges Lernen von Lehrpersonen. Fort- und Weiterbildung ist für professionelle Lehrerinnen und Lehrer Bedingung, um Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu begleiten und zu betreuen, betonte Monika Marinello von der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion, die die Tagung mitorganisiert hat.

Monika Marinello (Deutsche Bildungsdirektion) und Alberto Muzzo (Italienische Bildungsdirektion) moderierten die Tagung; Schülerinnen und Schüler vom Walther-von-der-Vogelweide-Gymnasium sorgten für die musikalische Umrahmung.

Drei renommierte Referenten 

Am Vormittag hörten die Lehrpersonen drei Plenarvorträge von der renommierten Professorin Nayr Ibrahim (Nord University in Bodø/Norwegen), dem international tätigen Berater und Aus- und Fortbildner Chris Sowton sowie John Hughes, einem Experten für die Entwicklung von Lehrmitteln, dessen Lehrwerke mehrfach ausgezeichnet wurden.

Nayr Ibrahim plädierte für eine Aufwertung der Mehrsprachigkeit als Ressource für eine ganzheitliche Sprachenbildung, die weit über den Fremdsprachenunterricht hinausreicht. Sie forderte eine Schulkultur, die sprachliche und kulturelle Vielfalt zulässt und wertschätzt, und dadurch die Weichen für ein erfolgreiches Lernen stellt.

Ausgehend vom Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR) verwies Chris Sowton auf die Bedeutung der Förderung kritischen Denkens als zentraler Bildungsaufgabe. Er zeigte anhand zahlreicher Beispiele auf, wie kritisches Denken ohne großen Aufwand aber auf wirksame Weise im Fremdsprachenunterricht gefördert werden könne.

Der Berater, Aus- und Fortbildner Chris Sowton betonte in seinem Vortrag die Bedeutung der Förderung des kritischen Denkens als zentrale Bildungsaufgabe. 

John Hughes bedauerte es sehr, dass Kreativität im schulischen Lernbereich oftmals zu kurz komme. Gerade der Fremdsprachenunterricht biete Raum für kreative Entfaltung und somit Potenzial für Beziehungsarbeit, sprachliche Kompetenzen, Individualisierung und Differenzierung.

Zehn Workshops zur Auswahl

Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden dann jeweils zwei von insgesamt zehn Workshops zu unterschiedlichen Themen besuchen. Von neuen Formaten für die Mündlichkeit über digitale Medien bis zur interkulturellen Kompetenz gab es reichhaltige Anregungen für den Unterricht.

Neben einer Fortbildung war die Tagung für die Lehrpersonen ein Moment der Begegnung und des Austausches und eine Gelegenheit, sich mit den neuesten Lehrwerken und Unterrichtsmaterialien vertraut zu machen, die von Verlagen aus dem In- und Ausland präsentiert wurden.

Wie schon bei den vergangenen Tagungen trugen die Schülerinnen und Schüler vom Klassischen, Sprachen- und Kunstgymnasium mit Landesschwerpunkt Musik „Walther von der Vogelweide“ Bozen zum Gelingen bei: Sie unterstützten das Organisationsteam bei der Abwicklung der Veranstaltung und übernahmen die musikalische Umrahmung.

Referent John Hughes ging bei der heutigen Englisch-Tagung darauf ein, welche Möglichkeiten der Fremdsprachenunterricht für kreative Entfaltung bietet.
Redaktion INFO/LPA

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