Bildungsdialog: Bildung zukunftsorientiert weiterentwickeln

Montag, 21.9.2026

Der Impulsplan gibt die Richtung vor, um Rahmenbedingungen im Bildungsbereich zu verbessern. Über 700 Teilnehmende waren bei der Veranstaltung in der Messe Bozen dabei.

Über 700 Frauen und Männer haben am 18. September in der Messe Bozen oder über Livestreaming am Bildungsdialog teilgenommen. Die Veranstaltung ist ein Schritt im Prozess, mit dem seit Herbst 2025 gemeinsam an Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Bildungsbereich gearbeitet wurde. Ziel des Bildungsdialogs ist es, nicht von außen über Bildung zu sprechen, sondern jene einzubeziehen, die sie täglich gestalten, um ihre Erfahrungen, Kritik und Vorschläge in Kindergarten und Schule systematisch aufzunehmen. Der daraus entstandene Impulsplan bündelt die wichtigsten Ergebnisse, Handlungsempfehlungen und ersten Maßnahmen. Dieser wurde am 18. September ebenso vorgestellt wie Inputs von außen, die für eine gute Weiterentwicklung der Bildung in Südtirol gesammelt wurden.

Für Landeshauptmann Arno Kompatscher ist Bildung der Schlüssel zum Erfolg: „Wenn wir Teilhabe ermöglichen wollen müssen wir Bildungsgerechtigkeit herstellen, denn das ist Chancengerechtigkeit„. In einer komplexer werdenden Welt müssen Kompetenzen vermittelt werden, um als Mensch den eigenen Weg gehen zu können, hielt der Landeshauptmann fest. Beim Bildungsdialog gehe es darum, den Dialog zu führen, wertschätzend miteinander zu reden und aktiv zuzuhören, um gemeinsam nötige Änderungen auf den Weg zu bringen, „damit wir es besser machen können.“ Bildungslandesrat Philipp Achammer hob ebenfalls hervor, dass es vor allem darum gehe im Dialog zu bleiben: „Uns allen liegt am Herzen, dass es gut weitergeht. Und dafür müssen wir miteinander reden und uns gegenseitig ernst nehmen. Denn nur so können wir Bildung weiterentwickeln.“ Man würde die gesammelten Inputs sehr ernst nehmen: „Wir lassen uns daran messen, wie wir die Punkte des Impulsplanes umsetzen. Wir müssen für die Bildung in diesen Zeiten zusammenrücken, es braucht einen konstruktiven Schulterschluss. Denn wir kämpfen für eine faire Chance für alle Kinder in unserem Land.“

Der Impulsplan 2026 bündelt die Ergebnisse der Ende 2025 durchgeführten Impulsbefragung. Eine Arbeitsgruppe hat die 1383 eingegangenen Umfrageergebnisse in einem Maßnahmenkatalog gebündelt, mit kurz-, mittel- und langfristigen Handlungsempfehlungen. Diese wurden im Frühjahr 2026 in den sieben Bezirken diskutiert. Als wichtigste Themen wurden mehr Personalressourcen, weniger Bürokratie, einheitliche digitale Systeme, stärkere Sprachförderung sowie mehr Unterstützung bei Inklusion und Integration ausgemacht. Für Lehrpersonen und Kindergartenpersonal liegt der Fokus auf der Entlastung im Arbeitsalltag: Verwaltungsaufwand und Dokumentationspflichten sollen reduziert, digitale Abläufe vereinfacht und zusätzliche Personalressourcen bereitgestellt werden. Gleichzeitig werden mehr pädagogische Gestaltungsfreiheit sowie eine angemessene und faire Entlohnung angestrebt. Der zentrale Gedanke des Impulsplans lautet: Das Bildungspersonal soll wieder mehr Zeit für seine Kernaufgaben haben, während Kinder und Jugendliche von besseren Lern- und Förderbedingungen profitieren. Erste Maßnahmen befinden sich bereits in Umsetzung.

Zusatzinformationen 

Die Inputs beim Bildungsdialog

Bei der Veranstaltung zum Bildungsdialog in Bozen informierten drei Referentinnen und ein Referent aus Deutschland zu unterschiedlichsten Schwerpunkten aus dem Bildungsbereich: 

 Bob Blume, Lehrer und Autor, hielt nach seinem Input zum Thema „Warum noch lernen? Wie Schule in Zeiten von KI, Krise und sozialer Ungerechtigkeit aussehen muss“ fest: „Bildung ist wundervoll. Denn Bildung bedeutet, sich zu orientieren, Dinge zu finden. Dabei machen vor allem die Schülerinnen und Schüler und ihre Lust, sich zu verändern, Hoffnung.“

Autorin und Podcasterin Clarissa Corrêa da Silva sprach zum Thema „‚Warum? Warum? Warum!‘ – Neugier als Bildungsziel“ und hielt dabei fest: „Wenn wir uns der Herausforderung stellen, die Aufmerksamkeit ‚zu catchen‘, und damit den Lernraum so gestalten, dass er wieder Spaß macht, dann ist dies das größte Learning.“

Die Professorin für Bildungswissenschaft und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Bildungswissenschaft an der Universität Heidelberg, Anne Sliwka, referierte zu „Fundament und Flügel: Kinder und Jugendliche stark machen für die Zukunft“. Es gelte weiterhin Basiskompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen) zu garantieren und zu sichern, damit kein Kind verloren gehe. Eine ihrer Botschaften lautete: „Sprache ist der zentrale Baustein für alles.“

Corina Elfe, Aus- und Weiterbildnerin von Lehrkräften und psychologische Beraterin, riet nach ihrem Input zum Thema „Inklusion ja – aber nicht nur bei den Kindern. Was neurodivergente Kinder über Schule und Lehrkräfte verraten“, dass Südtirol im Bereich Inklusion gut unterwegs sei, „gleichzeitig braucht es Menschen, die gut mit Vielfalt auskommen.“
Bildungslandesrat Philipp Achammer (links) und Landeshauptmann Arno Kompatscher (rechts) mit den Referentinnen und Referenten des Bildungsdialoges (v.l.) Anne Sliwka, Corinna Elfe, Clarissa Corrêa da Silva und Bob Blume.

LPA/ck/INFO Redaktion

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