Theaterpädagogisches Projekt in St. Felix am Nonsberg

Gelungenes Theaterprojekt

Dienstag, 20.8.2024

Aus einem theaterpädagogischen Projekt an der Grundschule in St. Felix am Nonsberg wurde ein gesellschaftliches Event, das sehr gut angenommen wurde und im neuen Schuljahr fortgesetzt wird.

Beim Putzen bleibt Lucy mit dem Staubwedel in einem Kabel hängen. Sie zieht und zerrt, befreit den Staubwedel, aber das Kabel reißt und der Strom fällt aus. Doch nicht nur im Haus, in dem sie sich befindet, sondern im ganzen Dorf – mit ungeahnten Folgen. „Licht aus – Spot an“ nennt sich ein Theaterstück, geschrieben und gespielt von den Schülerinnen und Schülern der Grundschule St. Felix am Nonsberg.

„Insgesamt waren 60 Kinder der Grundschule und sechs Mitglieder des lokalen Theatervereins an diesem Projekt beteiligt“, berichtet die stellvertretende Direktorin der Schule, Edith Kofler. Geleitet wurde das Projekt, das größtenteils über den Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wurde, von der Theaterpädagogin Christine Perri. Die Kinder entwickelten Stunde für Stunde die Szenen und Inhalte des Stücks. „Im Nonverbalen erkennt man langsam die Themen und Geschichten, die die Kinder beschäftigen, und auch wie die Gruppendynamik funktioniert“, erklärt Christine Perri. Die Theaterpädagogin beobachtete und hörte anfangs genau hin, sodass sich nach und nach die Themen und Szenen entwickelten, die den Kindern wichtig waren. „Im Stück geht es um einen Stromausfall, der hier auf dem Nonsberg häufig vorkommt und die Kinder stark beschäftigt hat“, so Perri, die die vielen von den Kindern improvisierten Szenen langsam wie ein Puzzle zu einem großen Ganzen zusammenstellte.

Theaterpädagogin Christine Perri erarbeitete mit den Schülerinnen und Schülern das Stück.

„Wir konnten uns das überhaupt nicht vorstellen, muss ich zugeben“, sagt Edith Kofler. „Aber im Laufe der Wochen haben wir bemerkt, wie die Schülerinnen und Schüler daran gewachsen sind, und waren auf das Resultat sehr gespannt.“ Insgesamt umfasste das Projekt 100 Wochenstunden. Anfangs fand es einmal wöchentlich statt, gegen Ende im März häufiger. Christine Perri arbeitete mit den Kindern, teilte sie in Gruppen ein und holte sie aus dem Unterricht heraus. Die Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern klappte gut – und das nicht nur deshalb, weil diese bemerkten, dass so manches schüchterne Kind, das im Schulalltag ein wenig unterging, plötzlich aufblühte und neue Talente entdeckte.

„Neben den Kindern wirkten auch Mitglieder des lokalen Theatervereins mit, der teilweise Kostüme und Schminksachen zur Verfügung stellte“, sagt Edith Kofler, der diese Zusammenarbeit wichtig war. Ende März war es dann soweit. Zur Generalprobe an der Schule waren die Schülerinnen und Schüler von Laurein, Proveis und Unsere Frau im Walde eingeladen. Die öffentlichen Aufführungen für Eltern und anschließend für alle Interessierten im Kultursaal von St. Felix machten aus dem Projekt ein gesellschaftliches Event, das sehr gut angenommen wurde.

Sechs erwachsene Mitglieder des lokalen Theatervereins beteiligten sich am Projekt.

Im neuen Schuljahr findet das Projekt eine Fortsetzung: „Christine Perri wird zwar kein Theaterstück entwickeln, aber es wird theaterpädagogische Übungen in den Klassen der Grundschulen von Proveis, Laurein und Unsere Frau im Walde geben“, verrät Edith Kofler. „Außerdem wird sie Fortbildungen für unsere Lehrerinnen und Lehrer leiten und ihnen zeigen, wie sie solche Übungen in den Unterricht integrieren können. Theaterpädagogische Projekte stellen einfach einen großen Mehrwert im Unterricht dar und fördern den Spracherwerb.”

INFO Redaktion

Theaterpädagogisches Projekt in St. Felix am Nonsberg

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