Interview mit Alois Gschnell
„Ich habe zuerst nur blöd geschaut“

Alois Gschnell hat das Quiz zur Politischen Bildung in der Kategorie Landesberufsschulen gewonnen. Im Interview spricht der Schüler über seine Motivation, den Ablauf des Wettbewerbs und darüber, warum ihn politische Themen interessieren.
Insgesamt 64 Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien, Fachoberschulen und Landesberufsschulen haben im laufenden Schuljahr am landesweiten Quiz zur Politischen Bildung teilgenommen. Der Wettbewerb der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion will Jugendliche dazu ermutigen, sich auch außerhalb des Unterrichts mit politischen und wirtschaftlichen Themen auseinanderzusetzen und aktuelle Entwicklungen bewusst zu verfolgen.
Einer von ihnen ist Alois Gschnell (15). Er besucht die Fachschule Laimburg und hilft regelmäßig im elterlichen Landwirtschaftsbetrieb mit. Beim Quiz trat er in der Kategorie Landesberufsschule an – und gewann das landesweite Finale. Für ihn ist Politik kein Spezialgebiet, sondern etwas, das man verstehen sollte, um die Welt besser einordnen zu können.

INFO: Du hast an diesem politischen Quiz teilgenommen – wie bist du darauf gekommen?
Alois Gschnell: Im Herbst hat uns unser Geschichtelehrer gefragt, wer Interesse hätte, bei so einem Quiz zur politischen Bildung mitzumachen, zuerst schulintern. Dort haben meine Mitschüler gemeint, ich sollte mitmachen. Dann habe ich gesagt: Ja, ich probiere es mal. Und dann habe ich halt mitgemacht.
Du hast die schulinterne Vorausscheidung schon gewonnen und bist dann im landesweiten Wettbewerb angetreten. Wie darf man sich den Ablauf des Quiz vorstellen?
Zuerst wurden die verschiedenen Kategorien getrennt. Dann habe ich einen Platz zugewiesen bekommen und Zugangsdaten erhalten. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange es gedauert hat. Ich glaube, ich habe etwa 20 Minuten gebraucht, insgesamt waren vielleicht 40 oder 50 Minuten Zeit.
Und die Fragen gingen von lokaler bis internationaler Politik?
Ja, von lokaler Politik bis hin zur Weltpolitik. Es wurde zum Beispiel nach Trump gefragt, nach der jüngsten Kontroverse um Grönland oder nach der Autonomie in Südtirol. Auch italienische und EU-Politikerinnen und -Politiker mussten zugeordnet werden. Es war schon ziemlich anspruchsvoll.
Manche Fragen waren logisch, beispielsweise beim Autonomiestatut war klar, dass das erste vor dem zweiten gekommen ist. Andere Fragen waren komplizierter, vor allem dort, wo man Dinge auswendig wissen musste.
Kannst du ein Beispiel nennen?
Ja, es wurden etwa viele Politikerinnen und Politiker aus der Europäischen Union abgefragt, wie etwa Kaja Kallas, die Außenbeauftragte, und solche Personen. Die musste ich vorher eher noch auswendig lernen. Das andere konnte man sich eher herleiten.
Im Vergleich zu anderen Ländern, wo Menschen unterdrückt werden, muss man eigentlich schon dankbar sein – und sich deshalb auch ein bisschen dafür interessieren.
Wie hast du dich auf das Quiz vorbereitet?
Ich habe mich nicht viel vorbereitet. Ich bin ein bisschen mit ChatGPT die Politikerinnen und Politiker durchgegangen und sonst habe ich ein bisschen Nachrichten geschaut.
Und wie hast du reagiert, als klar war, dass du gewonnen hast?
Ehrlich gesagt habe ich zuerst nur blöd geschaut, aber es war schon toll.
Hast du dich eigentlich immer schon für Politik interessiert?
Ich bin jetzt nicht jemand, der sich sehr viel damit beschäftigt, aber es interessiert mich schon. Einfach, damit man versteht, was passiert. Wenn etwas auf der Welt passiert, dann kann man besser nachvollziehen, warum das so ist. Deswegen habe ich immer ein bisschen Interesse gehabt und höre bei den Nachrichten ein wenig mit.
Woher kommt dein Interesse an politischen Themen?
Ich denke mir oft, dass wir in einer Demokratie leben und frei sind. Und ich frage mich, warum das so zustande gekommen ist. Im Vergleich zu anderen Ländern, wo Menschen unterdrückt werden, muss man eigentlich schon dankbar sein – und sich deshalb auch ein bisschen dafür interessieren.
Wie informierst du dich?
Oft bekomme ich Dinge über Social Media mit. Wenn ich zum Beispiel einen Beitrag sehe, etwa von RAI Südtirol, und es interessiert mich, dann schaue ich im Internet genauer nach. Sonst verfolge ich auch ein bisschen Nachrichten, aber ich mache jetzt nichts Spezielles. In der Schule reden wir auch viel über aktuelle Themen, weil unser Geschichtelehrer viel Wert darauf legt. Dadurch bekommt man auch viel mit. Das finde ich sehr gut.
Ich finde, in manchen Schulen wird nur Geschichte unterrichtet, ohne Bezug zur Gegenwart. Da sollte mehr über aktuelle Themen gesprochen werden.
Was findest du an Politik spannend – und was vielleicht auch schwierig?
Spannend finde ich, dass Entscheidungen demokratisch getroffen werden und nicht eine einzelne Person alles bestimmt. Das ist gut, weil sonst vielleicht Dinge beschlossen würden, die nicht so gut wären.
Interessant ist, dass es verschiedene Meinungen gibt und vieles abgestimmt werden muss. Nervig ist, dass es oft lange dauert, bis Entscheidungen getroffen werden. Von außen gesehen wirkt das manchmal mühsam, aber es gehört dazu.
Gibt es ein Thema, über das deiner Meinung nach in der Schule mehr gesprochen werden sollte?
Ich finde, in manchen Schulen wird nur Geschichte unterrichtet, ohne Bezug zur Gegenwart. Da sollte mehr über aktuelle Themen gesprochen werden. Bei uns ist das anders. Unser Lehrer spricht viel über aktuelle Ereignisse. Wenn zum Beispiel in Ungarn Wahlen sind, fragt er uns, wie der Präsident heißt und was passieren könnte, wenn er wiedergewählt wird oder eben nicht. Wir reden auch über Dinge wie Spritpreise oder andere aktuelle Themen. Man kann schon sagen, dass ein Drittel des Unterrichts daraus besteht.
Hat dir das Quiz Lust gemacht, dich noch mehr mit Politik zu beschäftigen?
Ja, das Quiz ist auf jeden Fall eine Motivation, sich weiter dafür zu interessieren.




