Schulabbruch: ESF+ erreicht über 13.000 Schülerinnen und Schüler

Mit 21 Millionen Euro werden vom Land Südtirol über den Europäischen Sozialfonds Plus Projekte in allen Schulstufen umgesetzt – Landesrätin Amhof verweist besonderes Augenmerk Europas auf die Jugend
Leistungsschwäche, persönliche Probleme, fehlende Motivation: Es gibt zahlreiche Gründe, warum Kinder und Jugendliche die Schule abbrechen. Auch in Südtirol ist dieses Phänomen ernst zu nehmen und entsprechende Aufmerksamkeit wird dem Problem gewidmet. Allein über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) wurden dem Land Südtirol 21 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um dem Schulabbruch entgegenzuwirken, wie am 22. Oktober im Rahmen der Veranstaltung „S.T.A.Y. in School – School Trajectories for Activ Youth“ betont wurde.
Erreicht wurden mit den 9 Projekten, die 2025 vom Amt für den Europäischen Sozialfonds genehmigt wurden, mittlerweile 13.148 Schülerinnen und Schüler, davon 6.019 Mädchen und 7.129 Jungen. Umgesetzt wurden die Maßnahmen an zahlreichen deutsch- und italienischsprachigen Südtiroler Grund-, Mittel- und Oberschulen, und zwar in den Schuljahren 2025/2026 sowie 2026/2027.
„Bildung ist das Fundament, auf dem ein selbstbestimmtes Leben aufbaut. Bildungswege verlaufen jedoch nicht immer linear und können mit Hindernissen, Zweifeln und Problemen behaftet sein. Es ist unsere Pflicht als Gesellschaft und als Politik, auf diesem Weg kein Kind zurückzulassen“, betonte Magdalena Amhof im Rahmen ihrer Grußworte. Mit den über den ESF+ finanzierten Projekten könne das Land Südtirol genau dieser Pflicht nachkommen, den Verbleib im Bildungssystem sichern und die Kernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler stärken.

Martha Gärber, die Direktorin der Abteilung Europa, erinnerte daran, dass bereits vor zwei Jahren die Ergebnisse des ersten Aufrufs gegen den Schulabbruch vorgestellt wurden, damals unter dem Titel „Drop out is out“. „Die Maßnahmen gegen den Schulabbruch und zur Stärkung der Kompetenzen werden bis zum Ende dieser Programmperiode das Herz des ESF+ bleiben“, betonte Gärber.
Claudia Weiler, die Direktorin des Amts für den Europäischen Sozialfonds, verwies darauf, dass mit dem Aufruf aus dem Jahr 2025 9 Projekte initiiert wurden, mit denen der Verbleib im Bildungssystem und die Erfüllung der Schulpflicht sowie das Erlangen eines Schulabschlusses gefördert wurden und weiterhin werden. „Die Bildungsmaßnahmen umfassen die Stärkung der Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, die Vorbeugung des Schulabbruchs, die Bereitstellung von sozialpädagogischen Diensten und psychologischer Unterstützung und Orientierungsmaßnahmen“, erklärte Weiler. Die Projekte wurden im Rahmen der Veranstaltung teilweise von den Projektträgern selbst vorgestellt. Zu diesen zählen zum Beispiel La Strada-Der Weg, Arciragazzi Bozen sowie die Genossenschaften Promos und EOS.
Allein im Schuljahr 2025/2026 waren 147 Bildungseinrichtungen an den Maßnahmen beteiligt, davon 80 deutschsprachige und 67 italienischsprachige Schulen. Was die Art der Schulen betrifft, waren 47,3 Prozent Grundschulen, 24,7 Prozent Mittelschulen, 14,4 Prozent Oberschulen und 13,7 Prozent Berufsschulen eingebunden. 9.485 Schülerinnen und Schüler der deutschen Sprachgruppe sowie 3.663 der italienischen Sprachgruppe wurden im Schuljahr 2025/2026 erreicht.
Die Vertreterin der Europäischen Kommission, Ilaria Bergami, verwies auf die Wichtigkeit des Themas auf EU-Ebene. Durch intensive Bemühungen sei es gelungen, die Schulabbruchquote zu senken. Italien liege mit 8,2 Prozent (Stand 2025) unter dem EU-Schnitt, Südtirol liege bei etwa 9 Prozent (Stand 2025). „Es wurde bereits sehr viel geleistet, doch es bleibt auch noch Spielraum, um die Quote zu senken“, betonte Bergami.

