Entdecken, forschen und staunen im Kindergarten

Dienstag, 13.1.2026

Im Kindergarten Waltraud-Gebert-Deeg Sonnenhaus in Bruneck zeigt ein besonders eindrucksvolles Projekt im Forscherraum, wie Lernumgebungen wachsen können, wenn man sie konsequent an den Interessen der Kinder ausrichtet. Hier werden Fragen zu Funken – und Funken zu Forschungsprojekten.

Zu Beginn jedes Kindergartenjahres ist der Raum bewusst reduziert: wenige Möbel, grundlegende Materialien, viel Platz für Neues. Eine pädagogische Fachkraft begleitet den Raum durchs Jahr, beobachtet, hört zu und wartet ab. Wenn sich Themen bei den Kindern zeigen und konkretisieren, beginnt die gemeinsame Planung. Dann wird beraten, welche Fragen sie genau beschäftigen, welche Materialien nötig sind, ob Möbel verschoben oder neue Elemente ergänzt werden sollen.

Die Entwicklung des Raumes erfolgt nicht zufällig, sondern entlang einer klaren pädagogischen Haltung. Inspiriert von der Reggio-Pädagogik und dem Leitsatz „Ein Kind hat 100 Sprachen“ entsteht ein Umfeld, das die unterschiedlichen Ausdrucksformen der Kinder sichtbar und hörbar machen soll. Was zunächst schlicht beginnt, entwickelt sich Stück für Stück – zuletzt in ein lebendiges Universum.

Das Weltraumprojekt

Der Ausgangspunkt war vermeintlich unscheinbar: Beim gemeinsamen Blättern in einem Bilderbuch zeigte ein Mädchen auf eine Rakete und stellte zwei Fragen – „Wie schnell fliegt die? Kann man damit auf den Mond?“ Innerhalb weniger Minuten versammelten sich weitere Kinder um sie. Am nächsten Tag entstanden neue Fragen. Der Funke sprang über.

Was folgte, war ein sechsmonatiges Weltraumprojekt, das den gesamten Bildungsraum in eine interaktive Lernlandschaft verwandelte.

Schon bald hingen Pappmaché-Planeten von der Decke, Bücherregale füllten sich mit Sternenkarten und Informationen über Galaxien. Frei zugängliche Materialien fürs kreative Gestalten, Lernspiele und Experimente griffen das Thema auf.

Mit verschiedenen Materialien wurden die Gestirne des Weltraumes dargestellt.

Die Kinder lernten die Planeten kennen, fotografierten den Mond und dokumentierten Mondphasen. Sie bauten eine Rakete aus einem Stoffzelt, stellten Planeten aus Fimo (= Knetmasse) her und krochen mutig durch ein „Schwarzes Loch“, das Teil der Raumgestaltung war.

Ein besonderes Highlight war die Galaxie-Box: ein kleiner, abgedunkelter Raum mit Projektionen wechselnder Sternenbilder an den Wänden.

Zu leiser Musik konnten die Kinder eintreten, sich hinlegen, staunen und zur Ruhe kommen. Viele suchten diesen Ort täglich auf.

Das Weltraumprojekt zeigte eindrucksvoll, wie viel Potenzial in einer Pädagogik steckt, die den Kindern Zeit, Raum und Vertrauen schenkt. Es war eine Reise voller Staunen, Gemeinschaft und Erkenntnis – ein Stück Universum, das nachhaltig Spuren hinterlässt und das die Kinder weit über das Kindergartenjahr hinausbegleiten wird.

Projektion eines Sternenbildes aus der Galaxie-Box

Das Dinosaurierprojekt

Nach Monaten voller Sternenkunde und Weltraumfragen verlagerte sich das Interesse auf die Dinosaurier. Über die thematische Verbindung zu Meteoriteneinschlägen entstand ein fließender Übergang zu einem weiteren Projekt. Auch dieses neue Thema wurde von echter Begeisterung getragen. Die nachhaltige Entwicklung der Projekte wurde durch die strukturelle Rahmenbedingung einer langen Freispielzeit ermöglicht und gefördert. Diese ausgedehnte Spielzeit fördert und unterstützt durchgehend intensives Explorieren, soziale Interaktionen und kreative Prozesse.

Auf das Weltraumprojekt folgte das „Dinosaurierprojekt“

Kindergarten Bruneck Waltraud-Gebert-Deeg Sternenhof – Erlacher Barbara

„Wir müssen Schulen wirklich transformieren“

Mittwoch, 14.10.2026

Anne Sliwka kennt Schulsysteme von Kanada bis Neuseeland. Die Bildungswissenschaftlerin erklärt im INFO-Interview, warum gute Schulen keine Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer brauchen, weshalb Kinder erst ein solides Wissensfundament benötigen und wie Künstliche Intelligenz das Lernen verändert. Vor allem aber fordert sie: Schule darf nicht stehen bleiben.

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Ganz schön rot

Freitag, 9.10.2026

Mit viel Rot und einer neuen Lehrküche startet die Fachschule Haslach in einen neuen Abschnitt: Der moderne Lernraum soll praxisnahes Arbeiten, Genuss und Ernährungsbildung verbinden.

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Lernwelten

  • Glaziologie-Camp: Alpine Ökosysteme im Blick
    Oberschülerinnen und Oberschüler vertiefen im Nationalpark Stilfserjoch Landschaftsformen und Lebensräume im Hochgebirge – Initiative der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion
  • Schule anders gedacht
    Die WFO „Franz Kafka“ in Meran geht neue Wege im Unterricht: Seit diesem Schuljahr ersetzen Module die bisherige Semesterstruktur, selbstgesteuertes Lernen bekommt mehr Raum. Damit sollen Jugendliche eigenständiger arbeiten und individuelle Lernwege ermöglicht werden. 
  • Musik kennt keine Grenzen
    Gemeinsam musizieren, sich ausprobieren und Teil einer Gemeinschaft sein: Bei „Musik ohne Grenzen“ kamen in der Musikschule Auer 18 Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen zusammen. Kursleiterin Verena Koler erklärt im INFO-Interview, was Musik ohne viele Worte ermöglichen kann und wie inklusive Angebote an den Musikschulen ausgebaut werden sollen.
  • Wurzeln stärken, Vielfalt erleben
    Kulturelle Erfahrungen prägen Kinder von Anfang an. Wenn Kindergärten Theater, Feste, Geschichten oder Musik in ihren Alltag einbinden, eröffnen sie einen lebendigen Zugang zur Welt – und stärken Neugier, Sprache und gegenseitigen Respekt.
  • Das Kindergarten- und Schuljahr 2026/2027 beginnt
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