Rechtenthaler Gespräche zur Schulentwicklung

Growth Mindset als VerANTWORTung

Montag, 7.4.2025

Am 1. und 2. April 2025 fanden die 11. Rechtenthaler Gespräche zur Schulentwicklung in der Fortbildungsakademie Schloss Rechtenthal in Tramin statt. Im Fokus stand das Thema Growth Mindset als VerANTWORTung.

Sinnstiftendes Lernen im Kontext von Kontinuität und Veränderung: Darum ging es in den 11. Rechtenthaler Gesprächen in der Fortbildungsakademie Schloss Rechtenthal in Tramin, organisiert von der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion in Kooperation mit dem Institut für Schulqualität und Bildungsforschung München und der Pädagogischen Hochschule Tirol. Die Veranstaltung bot den verschiedenen Akteuren (erweiterte Schulleitung, Unterstützungssystem und Schulaufsicht) eine Plattform für den Austausch und die Diskussion über innovative Ansätze in der Schulentwicklung.

Die Entwicklung von Lernstrategien hängt nicht nur von den Lehrmethoden ab, entscheidend ist auch, welche Unterstützung die Lernenden von ihren Lehrpersonen erfahren.

Growth Mindset: Lernen fürs Leben

Andreas Schleicher, Direktor für Bildung und Kompetenzen bei der OECD, betonte in der ersten Keynote die Bedeutung des lebenslangen Lernens und Umlernens sowie die Rolle der Schule, den Lernenden die nötigen Einstellungen, Fähigkeiten und Motivationen dafür zu vermitteln. Das Dreieck aus Lernstrategien, Motivation und Selbstvertrauen sei entscheidend. „Die Entwicklung von Lernstrategien hängt nicht nur von den Lehrmethoden ab, entscheidend ist auch, welche Unterstützung die Lernenden von ihren Lehrpersonen erfahren“, sagte Schleicher. Er betonte, dass es wichtig sei, Lernumgebungen zu schaffen, die Raum und Zeit für Beziehungsarbeit bieten, damit Lehrpersonen verstehen können, wer ihre Schülerinnen und Schüler sind und wer sie werden sollen, eine Voraussetzung, um sie in ihrem individuellen Lernen und in ihrer Entwicklung zu begleiten.

„Learning Support Teams – inklusiven Unterricht gemeinsam vorbereiten und durchführen“.

Beim zweiten Schwerpunktthema stellten Frank Brückel und Heike Beuschlein von der Pädagogischen Hochschule Zürich das Projekt „Learning Support Teams – inklusiven Unterricht gemeinsam vorbereiten und durchführen“ vor und erläuterten die Bedeutung von Sinnstiftung und Beharrlichkeit in der Schulentwicklung. Unser Bildungssystem muss in diesen herausfordernden Zeiten kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dabei kommt den Verantwortlichen in Politik, Verwaltung, Hochschulen und Schulen eine Schlüsselrolle bei der gemeinsamen Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen zu. Nachhaltige Veränderungsprozesse müssen langfristig und sinnstiftend etabliert und das Growth Mindset der Beteiligten gestärkt werden.  Erfolgsfaktoren sind dabei ein wertschätzender und konstruktiver Umgang miteinander, eine transparente Kommunikation sowie die Beharrlichkeit, an der Vision festzuhalten und diese immer wieder zu reflektieren.  In den anschließenden Workshops wurden die Prozesslogik und die Synergien des Projektes vertieft diskutiert.

Frank Brückel und Heike Beuschlein von der Pädagogischen Hoch
schule Zürich stellten das Projekt „Learning Support Teams – inklusiven Unterricht gemeinsam vorbereiten und durchführen“ vor.

Gemeinsam wachsen und Welt(en) verändern“

Der zweite Tag war dem dritten Schwerpunktthema gewidmet. Fabian Pettig von der Universität Graz referierte zum Thema Gemeinsam wachsen und Welt(en) verändern: Transformatives Lernen als Perspektive der Schul- und Unterrichtsentwicklung?“ und diskutierte die Notwendigkeit, Lernende auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten und die Rolle des transformativen Lernens in der Schulentwicklung.  Transformatives Lernen, das von einem emanzipatorischen und politischen Bildungsanspruch getragen wird, bringt etablierte Routinen des Fühlens, Denkens und Handelns in Bewegung und kann so die Welt beeinflussen. Im Vortrag wurde untersucht, wie transformatives Lernen zur Schulentwicklung beitragen kann und es wurden didaktische Modelle vorgestellt. Anschließend wurde anhand konkreter Beispiele aus österreichischen Schulen zum Austausch und zur Diskussion über den Mehrwert und die Herausforderungen eines transformativen Lernverständnisses für die Weiterentwicklung von Schul- und Unterrichtskultur eingeladen.

Interessante Inputs, anregende Diskussionen, neue Kontakte und Ideen für erste Schritte in Richtung Schulentwicklung für die Zukunft, das ist das Ergebnis der 11. Rechtenthaler Gespräche.

Den Vorträgen folgte ein reger Austausche zwischen den Teilnehmenden.
In den Workshops setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit den Schwerpunktthemen auseinander.

Redaktion INFO

Service

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