Weiterbildung im Bildungsbereich

Was guten Unterricht trägt 

Mittwoch, 13.5.2026

In Tramin sind 47 Lehrkräfte für eine zweijährige Weiterbildung zur Lernbegleitung diplomiert worden. Die Kursfolge stellte nicht fertige Konzepte in den Mittelpunkt, sondern die Frage, wie zeitgemäßer Unterricht unter realen Bedingungen gelingen kann. 

Ein Abschluss – und zugleich ein Anfang: Mit der Diplomübergabe in der Fortbildungsakademie Schloss Rechtenthal in Tramin ist die Kursfolge „Schule heute für die Welt von morgen“ zu Ende gegangen. Zwei Jahre lang haben sich 47 Lehrpersonen aus Grund- und Mittelschulen mit reformpädagogischer Schulentwicklung beschäftigt, Modelle geprüft und weitergedacht – immer mit Blick darauf, was im eigenen Unterricht trägt. 

„Reformpädagogische Schulentwicklung heißt nicht, Konzepte zu kopieren, sondern Unterricht konsequent von den Lernenden aus zu denken“, betont Martin Holzner, Direktor der Pädagogischen Abteilung. Entscheidend sei, pädagogische Entscheidungen reflektiert zu treffen und an die jeweiligen Bedingungen des Schulstandorts anzupassen. Gemeinsam mit Schulinspektor Christian Alber und Edith Hochgruber, Schulführungskraft am Berufsbildungszentrum Bruneck und ehemalige Kursleiterin, überreichte Holzner Mitte April die Abschlussdiplome. 

Bei der Diplomübergabe im Fortbildungszentrum Schloss Rechtenthal: Edith Hochgruber (li.), Schulführungskraft und ehemalige Kursleiterin, überreicht eine symbolische Blume, Schulinspektor Christian Alber das Diplom, und Martin Holzner, Direktor der Pädagogischen Abteilung, gratuliert mit Handschlag.

90 Stunden Weiterbildung – berufsbegleitend über zwei Jahre 

Die berufsbegleitende Weiterbildung erstreckte sich von August 2024 bis April 2026 und umfasste insgesamt 90 Fortbildungsstunden. In sieben Modulen, ergänzt durch Hospitationen, Praxisreflexionen und Selbstlernphasen, arbeiteten die Teilnehmenden an lernwirksamem Unterricht, reformpädagogischen Ansätzen und schulischer Entwicklung.

Von der pädagogischen Haltung zur Umsetzung

Inhaltlich war die Kursfolge klar gegliedert. Im ersten Jahr standen pädagogische Haltung, Organisationsformen und Qualitätsmerkmale zeitgemäßen Unterrichts im Mittelpunkt – etwa der Umgang mit Heterogenität, kompetenzorientierte Aufgabenstellungen und lernförderliches Feedback. Im zweiten Jahr verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung reformpädagogischer Prinzipien an den jeweiligen Schulen. Dafür wurden Referierende aus dem In- und Ausland eingebunden. 

Zentral war dabei die enge Verbindung von Theorie und Praxis. Didaktische Impulse wurden im eigenen Unterricht erprobt, im kollegialen Austausch vertieft und kritisch reflektiert. Hospitationen eröffneten Einblicke in unterschiedliche schulische Modelle, Reflexionsphasen boten Raum für die Auseinandersetzung damit, was im Unterricht gelingt – und wo Grenzen sichtbar werden. 

Reformpädagogik als Rahmen für die Schulentwicklung

Anna Pfitscher, Direktorin des Amtes für Didaktik der Pädagogischen Abteilung, unterstreicht den Anspruch der abgeschlossenen Kursfolge: „Reformpädagogik ist kein starres System, sondern ein Rahmen für professionelle Schulentwicklung. Diese Offenheit erfordert eine gemeinsame Verständigung über Ziele, Verantwortung und Qualität von Unterricht.“ 

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden von Schulkindern gestaltete Blumen – ein symbolischer Verweis auf die Bedeutung von Beziehung, Lernfreude und Achtsamkeit im schulischen Alltag.

Die Kursfolge markiert damit weniger einen Abschluss als vielmehr einen Ausgangspunkt für eine reflektierte und professionelle Weiterentwicklung von Unterricht unter sich wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen. 

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  • Was guten Unterricht trägt 
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